7.1.08

Aus Atomstrom wird Ökostrom.

Hier werden die Verbraucher getäuscht: Atomstrom wird als Ökostrom etikettiert und teurer verkauft. Das ist möglich dank des Handels mit Ökozertifikaten. Konzerne kaufen Ökozertifikate und schlagen den Mehr-Preis auf den Atomstrom. Der Verbraucher nimmt an, für sein Geld würden neue Windräder oder Solaranlagen installiert. Dies ist ein Trick, der es ermöglicht, dass ganze Städte auf einen Schlag angeblich komplett mit Ökostrom versorgt werden.

„Der Spiegel“ schrieb, das sogenannte Renewable Energy Certificate System (RECS) ermögliche es einem Stromversorger, beispielsweise an der Börse für 7 Cent je Kilowatt aus dem AKW Krümmel einzukaufen und diesen für 0,05 Cent mit einem Zertifikat eines norwegischen Wasserkraftwerks zu veredeln. Dessen Betreiber muss die entsprechende Menge seines Ökostroms in konventionellen umetikettieren. Der deutsche Versorger darf dann seinen Graustrom als Ökostrom vermarkten.

Konzerne verkaufen Atomstrom als Ökostrom
http://www.welt.de/wirtschaft/article1520252/Konzerne_verkaufen_Atomstrom_
als_Oekostrom.html#reqRSS

Stromanbieter verkaufen Atomstrom als Ökostrom
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,526807,00.html

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24.8.07

Abschieben von CO2.

Die Schweiz hat einen Vertrag mit Frankreich zur Lieferung von Atomstrom, wodurch jährlich mehrere Milliarden kWh importiert werden.

Nun soll auch "schmutziger" Kohlestrom aus Deutschland bezogen werden (Vertrag mit RWE), um die schweizerische Versorgungslücke zu schliessen. Anstatt mehr eigenen sauberen Strom (Kern- und Wasserenergie) zu produzieren, wird die Verschmutzung ins Ausland abgeschoben. Ein Gas-Kombikraftwerk wurde durch die Politik verhindert.

Für das globale Klima ist dieser Vertrag schlecht, denn Kohlekraftwerke erzeugen pro kWh Strom weit mehr CO₂ als Gaskombi-Kraftwerke. Gut ist der Vertrag für das Schweizer CO₂-Konto, denn der Import von Kohlestrom belastet die Klimagas-Bilanz im Ausland. Ebenfalls gut ist der Vertrag für die RWE. Denn sie ersetzt überschüssigen Band- durch Spitzenstrom und kann mit dem Import von CO₂-freier Wasserkraft ihre eigene negative Klimagas-Bilanz etwas schönen.
Zitiert aus Tagblatt 24. 8. 2007: http://tagblatt.ch/index.php?artikelxml=1384748&ressort=tagblattheute/wirtschaft&jahr=2007&ressortcode=&ms=hauptseite

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