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Neutralität und Sicherheit.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft verfolgt nach aussen die Politik der bewaffneten Neutralität. Die Politik auf der Basis der Neutralität wurde seit dem 16. Jahrhundert ausgeübt und wurde 1815 von den europäischen Mächten völkerrechtlich garantiert. Die Neutralitätspolitk stellt weiterhin das geeignetste Mittel zur Sicherung der schweizerischen Unabhängigkeit und des inneren Friedens dar.
Die Neutralitätspolitik ist ein Auftrag der Kantone und des Schweizer Volkes an den Bund. Die Bundesregierung ist aussenpolitisch nicht befugt, durch Bündnisse, politische und militärische Bindungen machtpolitisch Stellung zu nehmen und dadurch die Gefahr bewaffneter Konflikte zu schaffen.
Die Schweizerische Neutralität ist eine Folge geschichtlicher Erfahrungen und dem schweizerischen Konzept einer gewollt schwach gehaltenen Bundesregierung. Ohne die Neutralität bräuchte der Bund mehr Kompetenzen und Macht als gegenwärtig, um erfolgreiche und glaubwürdige internationale Politik betreiben zu können.
Der federale Staat, eine durch Referendumsrechte eingeschränkte Bundesregierung und die bewaffnete Neutralität sind weiterhin wichtige Grundpfeiler helvetischer Politik. Armee und Verteidigung sind Ausdruck des Volkswillen zur Unabhängigkeit und Selbstbehauptung. Der neutrale Staat ist vökerrechtlich verpflichtet zur Verteidigung des eigenen Territoriums. Neutralität ohne Armee ist nicht glaubwürdig. Nachbarstaaten der Schweiz anerkennen den neutralen Status und den Beitrag zur Territorial-Verteidigung. Auch eine nicht-neutrale Schweiz wäre im Falle von EU- und NATO-Mitgliedschaft verpflichtet, eine Armee zu unterhalten, und einen Sicherheits-Beitrag zu leisten. Die Landes-Verteidigung ist für die Schweiz zusätzlich ein Kit, der den inneren Zusammenhalt und eidgenössische Solidarität fördert. Eidgenossen waren und sind politisch oft uneinig. Bedrohung von aussen und Bereitschaft zur Verteidigung des gemeinsamen Gutes wirkten stets einigend.
Die Aussenpolitik basiert auf neutralen Traditionen, die im Schweizer Volk stark verankert sind. Die Neutralitätspolitik dient sicherheitspolitischen Zwecken und Bedürfnissen und hat das Ziel, Krieg zu vermeiden und Friedensbestrebungen zu unterstützen. Die neutrale Schweiz ist befähigt, ihre guten Dienste zur Vermittlung von Frieden und humanitären Einsätzen in Krisengebieten anzubieten.
Die Schweizerische Demokratie, Wirtschaft und Neutralität geriet zur Zeit des deutschen Nazi Regimes und der deutschen Besetzung von Europa unter starken Druck der Kriegführenden beider Lager. Die Allierten haben den Neutralitäts-Status der Schweiz anerkannt, pochten jedoch auf Beschränkung des Handels mit dem Deutschen Reich. Der Balance-Akt schweizerischer Neutralitätspolitik war erfolgreich und es ist gelungen, Freiheit und Demokratie zu erhalten und die Katastrophe des Krieges zu vermeiden. Die Geschichte der Schweiz im zweiten Weltkrieg demonstriert situationsgerechte Handhabung der Neutralitätspolitik zur Vermeidung von Krieg.